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und Praxis für Spieltherapie

Erziehungstipps

Setzen Sie Ihrem Kind klare, nachvollziehbare Grenzen und achten Sie darauf, dass diese Grenzen eingehalten werden.

Wenn das Kind seine Grenzen überschreitet, erklären Sie ihm, was es falsch gemacht hat.

Seien Sie ehrlich und geben Sie Ihrem Kind gegenüber zu, dass auch seine Eltern Fehler machen.

Bestrafungen sollten immer in Relation zum Fehlverhalten des Kindes stehen.

Wut ist ein schlechter Erzieher. Wenn das Verhalten ihres Kindes Sie in Rage gebracht hat, lassen Sie sich bei der Auswahl Ihrer Erziehungsmaßnahme nicht von Ihrem momentanen Ärger leiten. Ihr Kind merkt von alleine, wenn Sie sauer sind. Sagen Sie ihm, dass Sie später in Ruhe mit ihm über sein falsches Benehmen sprechen werden.

Zeigen Sie Verständnis, wenn Ihr Kind Ihre Autorität in Frage stellt. Dieses Aufbegehren ist ein natürlicher Bestandteil des Entwicklungsprozesses.

Denken Sie immer daran, dass Ihr Kind nicht gegen Regeln verstößt, um seine Eltern zu verletzen. Es ist nur auf der Suche nach seinem Platz im Leben. Sehen Sie diese Verstöße als eine Gelegenheit, ihm bei der Suche zu helfen.

Ungefähr ab dem 6. Lebensjahr beginnen Kinder, sich ihre Vorbilder auch außerhalb des Elternhauses zu suchen. Das ist ein ganz normaler Prozeß, der mit der Entwicklung einer eigenständigen Persönlichkeit zusammenhängt.

Häufig verstehen Eltern nicht, warum ihr Kind sich eine bestimmte Person zum Vorbild nimmt - besonders, wenn es sich vielleicht um einen Freund oder eine Freundin handelt, die sie selbst nicht mögen. Da liegt es oft nur allzu nahe, dem Kind den vermeintlich falschen Umgang auszureden oder sogar zu verbieten. Das geschieht sicherlich mit den allerbesten Absichten, aber Eltern sollten sich in so einem Fall eher zurückhalten.

Das Kind muß seine eigenen Erfahrungen machen, denn nur so kann seine Persönlichkeit wachsen und sich langsam entfalten. Dazu gehört auch, mit den ersten Enttäuschungen fertig zu werden. Hat ein ehemals bewunderter Mensch sich durch sein Verhalten selbst entzaubert, folgen meist Niedergeschlagenheit und Ernüchterung - und dann sind Verständnis und Trost der Eltern wichtig, um das Erlebte zu verarbeiten und richtig einzuordnen. Durch dieses Verständnis der Eltern lernt ein Kind, dass die Welt nach einer Enttäuschung nicht zusammenbricht. Es weiß, dass es immer einen Platz hat, an dem es geborgen ist - und diese Sicherheit ist notwendig, um eine emotional gefestigte Persönlichkeit entwickeln zu können.

Es ist ein natürliches Verhalten der Eltern, ihre Kinder vor negativen Einflüssen schützen zu wollen. Hier gilt es, einen Mittelweg zu finden: Ein Kind braucht den Schutz der Eltern, aber ebenso wichtig ist es, ihm den nötigen Freiraum zu gewähren. Kinder zwischen 6 und 12 Jahren wollen ihre Umwelt erobern und verstehen. Je älter sie werden, umso mehr wollen sie ihre Beziehung zu den aufregenden Dingen, die sie umgeben, selbst definieren. Überbehütete Kinder haben es naturgemäß schwer, diesen Zugang zu finden und ihren eigenen Weg zu gehen. Wem es in der Kindheit nicht gestattet war, sich auch mal eine blutige Nase zu holen, der läuft Gefahr, angstbelastet in die Pubertät zu gehen und später wichtige Entwicklungsschritte zu verpassen. Das Selbstvertrauen eines Kindes wird durch das Vertrauen der Eltern aufgebaut und gefestigt. Wenn ein Kind weiß, dass seine Eltern ihm zutrauen, den Herausforderungen der großen, weiten Welt - und sei es fürs erste nur der Schulweg - auch alleine tapfer entgegenzutreten, wird es diese Sicherheit stolz mit ins spätere Leben nehmen.